Über mich:

Vor ungefähr 30 Jahren machte ich mich gleich nach dem Abitur auf den Weg nach New York. In der Hoffnung,  das unabsehbare Risiko einer Tanzkarriere zu minimieren, hatte ich mich für ein Tanz- und Choreografie-Studium an der Juilliard School entschieden. Nach vier Jahren Ausbildung und dramatischen Kürzungen im amerikanischen Kulturbetrieb schien mir das Risiko keinesfalls gesunken. Ich entschied mich nach Deutschland zurückzukehren. Die Mauer war gefallen und ich war neugierig, was mich zuhause erwarten würde.

Mein erstes Engagement führte mich vom Big Apple direkt nach Berlin Hellersdorf, wo meine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Armin Petras und dem damaligen Bühnenbildner Phillip Stölzl in einem ehemals sozialistischen „Kulturwürfel“ ihren unvorhersehbaren Anfang nahm. Bald übernahm ich in diesem Team neben meiner Rolle als Tänzerin auch erste größere Choreografien und kam durch meine Arbeit am Schauspiel in den folgenden Jahren einmal quer durch die mir aufregend neue, frisch vereinigte Republik.

Schwerpunkt meines künstlerischen Interesses war dabei immer die Auseinandersetzung mit Alltagsbewegungen und ihrem individuellen Ausdruck. Dass sich mein Blick für Körpersprache dabei schon im zunächst fremden New York allein aus überlebenstechnischen Gründen geschärft hatte, half mir jetzt, mich in den wechselnden Arbeitszusammenhängen schnell zurecht zu finden.

Parallel zu meiner Theatertätigkeit schloss ich ein Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin ab. Auch hier war es das Verhältnis von Inszenierung und Realität, das mich in meiner Diplomarbeit umtrieb.

Mit einer Filmreihe zum Thema Megacities wie Peking und Istanbul begann ich auch wieder international zu arbeiten. Was zunächst als Untersuchung des Dialogs zwischen Körper und architektonischem Stadtraum begann, fokussierte sich für mich immer mehr auf eine Auseinandersetzung mit dem Körper – seinen Bewegungen und der selbstverständlichen Begrenzung seines Bewegungsspielraums –  als Archiv nonverbalen Wissens aus Gegenwart und Vergangenheit, aber auch seinen kulturellen, sozialen und politischen Implikationen.

 Mit den Jahren und meiner wachsenden Erfahrung entwickelte ich mich von der Choreografin zur Regisseurin und aus den kleinen Schauspielbühnen wurden größere Bühnen und internationale Musiktheaterbühnen. Ich hatte gelernt große Gruppen von Menschen anzuleiten und zu inspirieren, maximale Verantwortung zu übernehmen und dem Druck dieser Arbeit in kulturell wechselnden Umfeldern und hierarchischen Strukturen souverän zu begegnen. Meine Arbeit führte mich nach China, Russland, Österreich, in die Schweiz, nach Italien, Frankreich, Spanien und in die Ukraine und ermöglichte mir nicht nur die Zusammenarbeit mit Künstlerpersönlichkeiten wie Anna Netrebko und Placido Domingo, sondern mit Menschen verschiedenster Kulturen, unterschiedlichster Begabungen, mit Kindern genauso wie mit Senioren.

Der Kern meines Interesses ist dabei immer der gleiche geblieben: Der individuelle Ausdruck, der mich als Menschen beschreibt und definiert, der mir den Kontakt zu anderen ermöglicht und unser Verhältnis zueinander bestimmt.

Seit 2018 vermittle ich mein Wissen mit großer Begeisterung auch jenseits des Theaters als Regisseurin für öffentliche Auftritte und als Coach und Trainerin für Körpersprache. Zusätzlich bin ich Dozentin für Bühnenpräsenz und Szenischen Unterricht an der Berliner Hochschule für Musik Hanns Eisler.