Die MRP-Methode ©

Mit MRP-Methode beschreibe ich den Versuch, die große Bandbreite meiner Erfahrungen zu systematisieren und so den Ansatz meiner Arbeit anschaulich und nachvollziehbar darzustellen.

„Muscle Memory“ beschreibt die Fähigkeit, einmal eintrainierte Bewegungsabläufe spontan und ohne bewusstes Bemühen abrufen zu können. So hilfreich diese Fähigkeit im Alltag z. B. beim Auto- oder Fahrradfahren auch ist – innerhalb von Kommunikationsprozessen kann sie destruktiv wirken. Denn wenn der Körper auf einen äußeren Reiz, beispielsweise auf eine Konflikt- oder Stresssituation, spontan reagiert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dies nach einem Muster tut, sehr hoch, selbst dann, wenn zuvor ein bewusster Einstellungswandel vollzogen wurde. Der neue, bewusste Vorsatz könnte beispielsweise sein, wertschätzend und auf Augenhöhe zu kommunizieren. In der Regel wird der Körper aber spontan die ursprünglich verinnerlichte Haltung reproduzieren und beispielsweise weiterhin unbewusst Missbilligung oder Zorn zum Ausdruck bringen. Durch gezieltes Feedback, Bewusstmachung und Trainieren von körperlichen Reaktionen in Standardsituationen wird der Automatismus verhindert, unbewusst auf ungünstige Reaktionsmuster zurückzugreifen. 

„Response“: Mein körperlicher Ausdruck wirkt nicht nur auf mein Gegenüber, sondern auch auf mich selbst. Nehme ich eine entspannte Haltung ein, fühlt sich mein Körper entspannt an. Dieses körperliche Gefühl der Gelassenheit wird direkt an das Gehirn weitergeleitet und lässt eine entsprechende Emotion entstehen. Ich sende also sowohl meinem Gegenüber als auch mir selbst ein positives Signal. Aus meiner veränderten inneren und äußeren Haltung heraus wird sich der Gesprächsverlauf maßgeblich verändern. Gerade bei Gesprächen, die drohen aus dem Ruder zu laufen, lässt sich die fatale Abwärtsspirale aus Reaktion und entsprechend eskalierender Gegenreaktion durch bewusste körperliche Intervention unterbrechen. Konsequent erkannt, geübt und praktiziert, kann dies auf lange Sicht entscheidenden Einfluss auf Unternehmenskultur und Mitarbeiter- und Selbstzufriedenheit haben.

„Perspective“: Eine Methode der Rollenerarbeitung am Theater ist es, durch das Einnehmen der körperlichen Haltung einer Figur psychologischen Zugang zur Rolle zu finden. Auf das Leben übertragen bedeutet dies: Imitiere ich Bewegungsformen und -rhythmen einer Person, so hilft es mir dabei, mich in sie einzufühlen. Auf diese Weise lässt sich Empathie trainieren. Tut man dies regelmäßig, so wird es nach und nach auch einfacher, sich allein durch das Beobachten von körperlichen Reaktionen in das Gegenüber körperlich hineinzuversetzen, einen Perspektivwechsel zu vollziehen und die Kommunikationssituation richtig zu deuten. Dies ist eine grundlegende Fähigkeit, wenn es darum geht Mitarbeiter, Kollegen und Kunden zu verstehen und mögliche Bedürfnisse und Probleme zu antizipieren. Gleichzeitig beschreibt „Perspective“ aber auch das Bewusstsein für die Rolle, die ich in einer kommunikativen Situation einnehme, aus welcher Perspektive heraus ich kommuniziere. Als Angestellter muss ich anders kommunizieren als eine Vorgesetzte, als Regisseurin anders als ein Arzt, als Vater anders als eine Freundin. Es geht also darum, sich seiner jeweiligen Rolle bewusst zu werden und klar zu definieren, auf welche Weise man sie selbst erfüllen möchte. Es geht nicht darum eine Rolle zu erfüllen, sondern darum seinen eigenen Stil zu finden, um die Rolle nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.